Trickkiste - Schlüsselfaktoren gesunder Führung

Trickkiste

 

Der Twin-Star bietet eine wirksame Möglichkeit im Führungsalltag um pfleglich mit der eigenen Gesundheit und stabilisierend mit der Gesundheit der Mitarbeiter umzugehen.
Die nachfolgende Abbildung zeigt wichtige, und unter bestimmten Umständen durchaus krankmachende Problemfelder im berufliche Alltag und Schlüsselthemen um diesen konstruktiv entgegenzuwirken.
Wichtig ist es, den Ausstieg der Fokussierung auf Problemfelder zu finden – im ersten Schritt für mich selbst als Führungskraft, im zweiten Schritt für meinen Umgang mit den Mitarbeitern.

 

Twin Star (aus Furmann u. Ahola 2004)

Twin Star (aus Furmann u. Ahola 2004) 

Wertschätzung (Appreciation)

Ein wertschätzendes Verhalten der Führungskraft ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Unternehmenspolitik. Hierbei geht es konkret darum, den Fokus auf die Erfolge und Leistungen der Mitarbeiter zu lenken und Ihnen authentische Rückmeldungen zu geben. Auch sollte darauf geachtet werden, inwieweit die Mitarbeiter Möglichkeiten haben und nutzen, um sich untereinander positive Rückmeldungen zu geben und Wünsche aneinander zu äußern.
Hierbei gilt, indirekte Wertschätzung ist oft von noch größerer Wirkung als direkte. Achten Sie also darauf, Ihren Mitarbeitern kontinuierlich Ihre wertschätzende Meinung wissen zu lassen.

Weiterführende Fragen:

  • Wie drücke ich Wertschätzung so aus, dass diese bei meinen Mitarbeitern ankommt?
  • Wie kann ich mich verhalten, damit sie sich am besten fühlen?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, meinen Mitarbeitern zu zeigen, dass ich sie schätze?

Zum Beispiel:

  • Interesse an Ihren Tätigkeiten zeigen,
  • sie um Rat und Unterstützung bitten,
  • ihre Meinung einholen und ihnen verdeutlichen, wie wichtig mir diese ist ...

Spaß und Humor (Fun)

Zwar lässt sich beides nicht erzwingen doch ist möglicherweise die An- und Abwesenheit von Spaß und Humor ein mittelbarer Indikator für die Stimmung und die Atmosphäre in Ihrem Team. Einigkeit besteht darin, dass eine humorvolle Umgebung viele positive Auswirkungen hat. So dient Lachen schon unserem gesundheitlichen Wohlbefinden und ist eine der besten Stressprophylaxen, doch auch die Steigerung von Kreativität und einer höheren Problemlösungskompetenz sind die Folge einer humorvollen Arbeitsumgebung. Humor erleichtert das Miteinander und löst Energieblockaden auf, damit wächst in der Regel die Arbeitszufriedenheit.

Weiterführende Fragen:

  • Wie steht es mit dem Humor und dem Spaß mit meinen Mitarbeitern?
  • Wie oft wird gelacht, wird überhaupt noch gelacht, oder hat niemand etwas zu lachen?
  • Welche Atmosphäre von Humor gebe ich durch meine Person vor?
  • Wo ziehe ich die Grenze zwischen Humor und verletzenden Frotzeleien?
  • Wie setze ich Ironie oder Sarkasmus ein?
  • Wie könnte ich angemessen eine humorvolle Arbeitssituation als Vorgesetzter fördern?

Erfolg (Success)

Einerseits beflügelt Erfolg unsere Leistungsfähigkeit und unsere Motivation für weitere Erfolge, andererseits ist Erfolg im Unternehmen durchaus auch ein seltenes Gut, auf dem Karrieren aufbauen und wodurch auch Mitarbeiter ausgegrenzt werden können. Deshalb ist die Frage, wie im Team mit Erfolg und Erfolgen umgegangen wird, keine neutrale oder leidenschaftslose Angelegenheit.
Für die Führungskraft bedeutet dies, dass sie sich grundsätzlich entscheiden muss, ob sie Erfolg auf Kosten der Mitarbeiter anstrebt oder ob sie den Erfolg zusammen mit den Mitarbeitern zum gegenseitigen Nutzen erzielen will und unter Umständen sogar Mitarbeitern Erfolge überlässt, wenn diese über entsprechende Stärken oder auch Entwicklungspotenziale verfügen.
Wesentlich ist es, angemessene Möglichkeiten zu finden, kleine Erfolge zu honorieren oder auch zu veröffentlichen.

Fragen dazu können sein:

  • Wen von meinen Mitarbeitern kann ich durch welche Aktionen erfolgreicher machen?
  • Welche Möglichkeiten sehe ich, Mitarbeiter von Anfang  an in die Spirale des Erfolgs einzubeziehen?
  • Wie kann ich kleine Fortschritte angemessen würdigen?
  • Wie viel Erfolg ist in unsere Situation erlaubt?
  • Welche passenden Möglichkeiten habe ich, Erfolge feiern?

Anteilnahme (Caring), Kontakt, Beziehungsgestaltung

So banal wie es scheint, ist doch die erste Verhaltensweise, an der dieser Schlüsselfaktor sichtbar wird, ob gegrüßt wird.  Unterschätzen Sie deshalb diese sehr einfache Form des  Wahrnehmens und „Sich-Kümmerns“ nicht. Ein weiteres Feld ist Interesse für das, was die Mitarbeiter tun, denken und fühlen. Hören sie zu, unterstützen und ermutigen sie ihre Mitarbeiter Lösungen für anstehende Probleme zu finden.

Fragen, die helfen können:

  • Wie sehr interessiere ich mich wirklich für meine Mitarbeiter? 
  • Wie gestalte ich die Beziehung zu meinen Mitarbeitern?
  • Was weiß ich über sie und was will ich über sie wissen: Ihre Lebensumstände, ihre Stärken und Fähigkeiten, ihre Belastbarkeit, ihre Arbeitsschwerpunkte, ihre Arbeitsgewohnheiten, ihr Autonomiebedürfnis?
  • Was sollen meine Mitarbeiter über mich, meine Rolle als Führungskraft, meine Lebensgewohnheiten wissen? 

(Wilhelm Geisbauer (Hrsg.) 2004; Reteaming - Methodenhandbuch zur lösungsorientierten Beratung, Carl-Auer-Systeme Verlag, Heidelberg)